Ironman-Lanzarote 2010

André Hoek berichtet von seinen Vorbereitungen und Erfahrungen

Erstes Schwimmen nach der Pause

Nach meiner Sommerpause hatte es mich heute das erste Mal wieder in die Schwimmhalle gezogen.

Es ging recht gut, obwohl ich auf den ersten 300 bis 400 Metern ganz schön zu tun hatte, meinen Rythmus zu finden. Ich habe es erstmal nicht übertrieben. Einen Kilometer in 35 Minuten. Es wäre noch ein bisschen mehr gegangen, doch am Ende des Kilometers kündigte sich schon wieder ein Wadenkrampf an.

Statt bis zur Schwimmhalle zu laufen, wie sonst, bin ich heute mit dem Rennrad gefahren. Ausgestattet mit diversen Schlössern wollte ich es schweren Herzens vor der Halle am Geländer anketten und hoffen das nach meiner Rückkehr die wichtigsten Teile wie Räder und das andere Zeug noch da sind.

Ich habe alles mit Schnellspannern versehen. Jemand der sich damit auskennt, hat in einer halben Minute beide Räder und den Sattel abmontiert. Macht laut Bianchi-Katalog mal eben 450 bis 500 Euronen.

Auf meine liebe Bitte hin erlaubte es mir die nette Dame vom Schwimmbad, das Rad in einen separaten Raum zu deponieren. Übrigens die Gleiche, die mich beim letzten Mal abgewiesen hatte. Ich werde mich wohl beim nächsten Mal mit einer Flasche Sekt oder so bedanken. Vielleicht kann ich ja das Rad immer so unterstellen.
Die Fahrt mit dem Rad war zwar heute nicht so lang, aber intensiv. Vor allem der Rückweg gegen den Wind. Der blies heute wieder in Orkanstärke. Als ich mich auf ein Brücke hochgekämpft hatte, wollte ich auf der anderen Seite herunterrollen um wieder ein bisschen zu Atem zu kommen. Nach etwa 20 Metern musste ich wieder anfangen zu treten, da der Wind mich fast bis zum Stillstand ausgebremst hatte.

Erstes Training nach der Zerrung

Die Wadenzerrung hat mich doch länger vom Training abgehalten als zuerst gedacht.

Erst am Donnerstag hatte ich mich wieder getraut einen Lauf zu machen. Ich bin es betont ruhig angegangen, da ich keine erneute Verletzung riskieren wollte. Von Arinaga nach Carizal und zurück in 55 Minuten. Es dürften so um die zehn Kilometer oder ein wenig mehr gewesen sein.

Am Freitag habe ich dann wieder meine Schwimm-, Laufeinheit absolviert. Also 6 Kilometer zum Schwimmbad gelaufen, 1,1 Km gekrault und zurück gelaufen.

Das Schwimmen geht wirklich von Mal zu Mal besser. Die Pausen nach den einzelnen Bahnen betragen nur noch max. 10 Sekunden. Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis ich ohne Pause durchschwimmen kann.

Am Ende der Schwimmstrecke habe ich gemerkt, wie sich wieder ein Krampf ankündigte. Ich habe es nicht drauf ankommen lassen und sofort abgebrochen. Da ich genug Magnesium intus hatte, vermute ich das die Krämpfe einfach durch die ungewohnte Belastung ausgelöst werden. Dies wird sich also im Zuge des weiteren Trainings geben.

Die Laufstrecken habe ich jeweils in 35 Minuten zurückgelegt. Auf dem Hinweg läuft man fast die ganze Strecke bergauf und auf dem Rückweg gegen den Wind.

Mehr Leistung und Krämpfe

Gestern habe ich das Training ausfallen lassen. Ich war einfach nur müde. Vielleicht habe ich meinem Körper zu Beginn doch etwas zu viel zugemutet. Es ist am Anfang nicht leicht, sich an die richtige Trainingsbelastung heranzutasten. Aber das bekomme ich hin.

Heute bin ich die 6 Km zum Schwimmbad in etwa 35 Minuten gelaufen. Dann unter die Dusche und rein ins Becken. Ich bin heute in 45 Minuten 1200 Meter geschwommen. Das ist eine Leistungssteigerung von 450 Metern zum letzten Mal in der selben Zeit. Ich habe selbst gestaunt.

Dabei bin ich bewusst langsam und ruhig geschwommen. Dadurch, dass ich mir tempomäßig keinen Druck gemacht habe, brauchte ich nach jeder Bahn auch weniger Zeit zum Ausruhen. An jedem Bahnende habe ich für acht Atemzüge ausgesetzt und habe mich wieder auf den Weg gemacht. Dadurch kam wahrscheinlich die höhere Leistung zustande.

KrampfIn der Mitte der letzten Bahn erwischte mich noch ein ziemlich übler Wadenkrampf. Ich habe das Bein ausgestreckt, die Zehen nach oben gebogen, nichts half. Nach etwa einer Minute bin ich dann quer zum Beckenrand geschwommen und plötzlich ging es wieder.

Als angehender Ironman, bin ich natürlich wieder zurück in meine Bahn und wollte weiter schwimmen. Beim ersten Schwimmzug, war der Krampf wieder da.

Mit Mühe und Not erreichte ich den Beckenrand und bin ziemlich kläglich aus dem Wasser geklettert. Kaum war ich draußen, ging es wieder, obwohl die Wade noch ganz ordentlich weh tat.

Das hat mich aber nicht davon angehalten die 6 Km Rückweg wieder zu Laufen. Wieder in 35 Minuten.

Auf jeden Fall war das Training in seiner Gesamtheit heute sehr anstrengend. Aber das soll es ja auch sein. Zum Ironman wird man schließlich nicht einfach so. Mich erstaunt wie gut ich das Schwimmen in den Griff bekomme. Früher war nach 25 Metern Kraul einfach Schluß. Heute 1,2 Km!!!

Ich muss sagen das die 3,8 Km so langsam ihren Schrecken verlieren. Bis ich allerdings so weit bin, gibt es noch jede Menge Arbeit.

Schwimmen in der Halle

Da ich mit meinem Sonnenbrand heute nicht unbedingt in die Sonne wollte, habe ich mein Radtraining ausfallen lassen und bin in Vecindario, im Hallenbad, Schwimmen gewesen.

Hallen-Schwimmen und Schwimmen im offenen Meer unterscheiden sich wie der Tag von der Nacht. Ich habe zum ersten Mal beim Schwimmen nicht literweise Wasser getrunken. Dies ist wohl auch der Grund, warum mir heute nach dem Schwimmen mal nicht schlecht war.

Das Hallenbad ist super! Schöne 50 Meter-Bahnen und keine Badegäste, sondern ausschließlich Schwimmer. Alle sehr diszipliniert. Niemand der quer vom Beckenrand in die Schwimmbahn sprang und auch keine Querschwimmer.

Die ersten 100 Meter bin ich am Stück geschwommen und dann aus Luftmangel immer nur 50 Meter mit einer kurzen Pause von 20-30 Sekunden. Zugegeben, am Ende wurden die Pausen etwas länger…

Am Anfang bin ich natürlich zu schnell los geschwommen. Als ich dann, nach ungefähr der Hälfte der Zeit mein Tempo gefunden hatte, ging es schon richtig gut. Das Geheimnis ist also nur das richtige Tempo. Ich werde beim nächsten Mal zwei Stunden nehmen und dann ganz gemütlich meine Bahnen ziehen.

Am Ende hatte ich in knapp 40 Minuten 750 Meter zurückgelegt. Alles gekrault und den Kopf immer schön unter Wasser. Es wäre noch mehr drin gewesen, doch nach mir fing das Schwimm-Training des örtlichen Vereins an. Die haben mich gnadenlos aus dem Wasser geworfen. Ich bin am Überlegen, ob ich dort Mitglied werde.

Nach dem LaufenDen Rückweg habe ich gleich für einen kleinen Lauf genutzt. Die knapp sieben Kilometer habe ich in 36 Minuten abgerissen. Der Puls lag im Mittel bei 151 Schlägen. Beim nächsten Mal werde ich auch den Hinweg laufen.

Dieses Koppel-Training wird mir zwar beim Triathlon nicht direkt helfen, doch ich werde auf diese Weise meine Ausdauer-Grundlagen erheblich verbessern. Etwas später werde ich das Laufen zum Schwimmbad durch Radfahren ersetzen und nach dem Schwimmen noch einige Rad-Kilometer abspulen.

Jetzt werde auf die Dach-Terrasse gehen und noch etwas mit den Gewichten spielen. Besonders den Trizeps werde ich mir nochmal gesondert vornehmen. Das kraftvolle Durchziehen von vorn bis zum Oberschenkel ist schon etwas kraftraubend. Doch das wird.

Erneuter Schwimmversuch

Wir waren heute mit unserem Besuch aus Deutschland erneut am Meer. Ich habe die Gunst der Stunde gleich genutzt, um ein wenig zu schwimmen. Rein in den Neo, Schwimmbrille auf und höchst professionell ins Wasser gestiegen. Aber nur um nach etwa 100 Metern Kraul nach Luft jappsend wieder aufzutauchen.
Natürlich war ich nur zu schnell und die Wellen und der Wind….

Ich muss sagen, dass der Weg zu 3,8 Km beim Ironman noch sehr lang ist. Im Augenblick schaffe ich gerade mal 300 Meter. Dann ist Ende.
Obwohl ich rein Kräftemässig durchaus noch konnte. Aber die liebe Luft…. Und ohne ist auch schlecht.

Ich habe mich auch an die Ratschläge aus dem Triathlon-Forum gehalten und bin betont langsam geschwommen, doch auf die Dauer hat das nicht viel genutzt.

Mein Problem war, dass ich langsam los schwamm und auch gut mit der Atmung zurecht kam. Zum Ende der Strecke brauchte ich mehr Luft. Die Folge war, dass ich schneller schwamm um schneller wieder atmen zu können. Dass das nicht lange gut ging, kann man sich an drei Fingern abzählen.

Auf jeden Fall habe ich heute einen guten Kilometer im Meer abgerissen und ungefähr einen Liter Salzwasser getrunken (Scheiß Wellen!).
Übrigens wird doch immer geraten Vergiftungsopfern Salzwasser zu trinken zu geben. Praktisch als Hilfe um sich übergeben zu können.
Ich kann nur sagen: “It works”.

Herr MeyerMein Hund “Herr Meyer”, der alte Schwimm-Schisser, ist mir heute auch noch in eine dicke Brandungswelle geraten. Er bekam einen Gratis-Vollwaschgang. Zum Glück hatte ich ihn an der Leine. Also an der Hundleine, nicht zum trocknen.
Er wollte danach nicht mehr ins Wasser.
Auf jeden Fall ist sein Fell jetzt viel flauschiger und er stinkt auch nicht mehr so nach Hund.
Als wir den Strand verließen, hat er sogar ein bisschen gelächelt…

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