Ironman-Lanzarote 2010

André Hoek berichtet von seinen Vorbereitungen und Erfahrungen

Laufen am Berg

Heute kam ich auf die Idee, die Strecke nach Agüimes hoch zu laufen.

Der Anfang des Weges geht permanent bergauf und ist gekrönt von richtig harten Serpentinen. Ich bin in einer halben Stunde von Arinaga bis auf etwa 400 Meter Höhe gelaufen und dann umgedreht. Insgesamt etwa 10 Km. Der Rückweg war, im Gegensatz zum Hinweg,  der reinste Spaziergang. Es ging immer schön bergab.

Problematisch war die Hitze in den Bergen.

Dabei hatten wir heute den ganzen Tag etwas richtig besonderes hier auf der Insel. Einen wolkenverhangenen Himmel. Doch kaum war ich draußen, knallte die Sonne mit gewohnter Intensität. Auf der etwas flacheren Wegstrecke, blies zum Glück noch etwas Wind. Doch in den Bergen regte sich kein Lüftchen. Dazu kam die Hitze, die die Felsen von sich gaben.

Die Autofahrer haben mich mit einer Mischung aus Bewunderung und Mitleid angesehen. Ich habe jeden Moment damit gerechnet, dass neben mir ein Wagen hält, dem sehr freundliche Männer mit weißen Jacken entsteigen. Alarmiert von einem vorbeifahrenden PKW-Lenker.

Auf jeden Fall muss ich feststellen, dass das Training sich langsam auszuzahlen beginnt. Das Laufen ist lange nicht mehr so anstrengend, wie am Anfang.

Berge sind doof!

Heute habe ich mich wieder auf den Weg gemacht und bin mit meinem Fahrrad die Berge nach Agüimes hoch gefahren. Wenigstens den ersten Teil der, doch recht bergigen, Strecke.

Ich muss sagen, Berge sind echt besch…. zu fahren. Wie schön wäre die Welt des Radfahrers, wenn es keine Berge gäbe. Man könnte pfeilschnell die Geraden entlangjagen und bräuchte sich dabei nicht einmal besonders anstrengen.

Wenn ich es mir recht überlege, könnte ich auch gut auf den Wind verzichten. Der kommt sowieso immer nur aus der falschen Richtung.

Oder noch besser! Könnte man es nicht so einrichten, dass der Wind immer brav von hinten weht und die Berge eine radfahrergefällige Neigung haben? Ich werde das mal in mein abendliches Gebet einschließen. Das wäre doch mal was!

Bis es so weit ist, werde ich wohl oder übel mit den Bergen leben müssen.

Heute bin ich meinen Berg nach Agüimes sechs Mal hochgeklettert. Zweimal mehr als beim letzten Mal. Das Training beginnt sich langsam auszuzahlen. Ich konnte heute die gesamte Strecke schon mit einem höheren Gang fahren. Bei der letzten Tour hinauf, hätte ich zwar beinahe mein Mittagessen von mir gegeben, aber ohne Fleiß, bekanntlich kein Preis.

Ach ja, mein Freund der Mountainbiker ist mir heute wieder begegnet. Diesmal war er vor mir. In gewohnt stoischer Weise fuhr er den Berg hinauf. Ich konnte ihn zwar wieder nicht einholen, doch der Abstand zwischen uns hat sich nicht nennenswert vergrößert. Bald habe ich Dich, Freundchen.

Beim nächsten Mal, werde ich mir mal die richtigen Serpentinen vornehmen. Mal sehen wie hoch ich komme.

Für heute war ich mit meiner Leistung sehr zufrieden. Insgesamt 24 Kilometer davon 11 Kilometer bergauf. Ich muss heute allerdings auf eine Schätzung zurückgreifen. Mein Tacho hat das Zeitliche gesegnet. Ab einer Geschwindigkeit von mehr als 40 Km/h sprang dieser gleich auf 99,9 Km/h und ratterte auch weiter als ich stand. Es war zwar sehr schön anzusehen, was der Kilometerzähler nach 1,5 Stunden Training anzeigte, doch werde ich diese Zahl wohl nicht ins Trainingstagebuch schreiben. Es könnt sein, dass man mir meine schnellen Erfolge nicht glaubt….

Radfahren und Laufen, echt schwer!

In den letzten Tagen habe ich gemerkt, dass ich vom Boxtraining eigentlich eine gute Grundausdauer habe. Was mir fehlt ist Kraft in den Beinen. Um eine Stunde zu laufen reicht es, aber beim Radfahren habe ich deutliche Defizite. Wenn ich einen Berg hochkeuche ist mein Puls bei etwa 150, doch es fehlt eindeutig die Power in den Beinen.

Daran wollte ich heute arbeiten. Gleich hinter unserem Ortsausgang beginnt eine schöne Steigung. Mit einer relativ sanften Anfahrt und dann sehr steilen Serpentinen nach Agüimes hoch. Die wollte ich heute hochfahren. Wie gesagt wollte…

Am Ende der sanften Anfahrt ist mir dermaßen die Kraft ausgegangen, da hat ein Blick auf die Serpentinen genügt um mir allen Mut zu nehmen. Ich bin dann die Anfahrt wieder runtergerollt und nochmal hochgefahren. Insgesamt vier Mal. Das hat völlig gereicht. Die Strecke ist insgesamt knapp 2 Kilometer lang und es geht stur bergauf. Mit kleinen, gemeinen Extrasteigungen…

Bei der dritten Abfahrt sah ich einen Mountainbiker ankommen. Ich wendete in einem Kreisverkehr und war etwa 150 Meter vor ihm. Dem wollte ich zeigen was in einem alten Radsportler steckt. Auch wenn er ziemlich untrainiert ist. Ich gab richtig Gas und schnaufte den Berg hoch.

Nach etwa einen Kilometer hörte ich plötzlich ein freundliches “Vamos, vamos!” neben mir. Der Mountainbiker. In einem schweren Gang zog er gemütlich an mir vorbei und hatte auch noch die Kraft mich freundlich anzulächeln. Dann sah ich nur noch wie er sich zügig und stetig von mir entfernte. Das Schwein!

Ich bin eine Schande für das radfahrende Volk! Aber nicht mehr lange. Ich freue mich schon darauf, den Knaben in ein paar Wochen wieder zu treffen. Dann kann der aber was erleben…

Nach dem Radtraining wollte ich mal ausprobieren wie es ist, mit bleischweren Beinen zu Laufen. Mutig zog ich meine Laufklamotten an und lief los…

Es ging überhaupt nicht. Nach einem Kilometer bin ich umgedreht. Ich hatte keine Kraft mehr. Wieder ein Grund mehr mich anzustrengen. Ich muss unbedingt mehr Kraft in den Beinen bekommen. In der nächsten Woche werde ich ausschließlich in den Bergen Radfahren. Und natürlich Laufen!

Jetzt geht es noch ein bisschen an den Boxsack und Gewichte heben. Morgen ist Ruhetag und am Sonntag treffe ich mit Pierre, meinem Nachbarn, zum Laufen und anschließendem Boxen.

Erstes Radtraining

Da der Muskelkater nach dem Laufen gestern weniger heftig ausfiel als erwartet, habe ich heute gleich noch ein kleines Radtraining von einer Stunde drangehängt.

Ich hatte völlig vergessen, wie schwer es ist, mit dem Fahrrad einen Berg hoch zu fahren. Und Berge gibt es hier auf der Insel mehr als genug. Selbst Strecken die man aus dem Auto als völlig eben betrachtet, sieht man auf dem Fahrrad aus einer ganz neuen Perspektive.

Und noch etwas hatte ich vergessen. den ständig wehenden Nordwind Gran Canarias. Er weht immer mit einer Geschwindigkeit zwischen 30 und 50 Km/h. Selbst beim Bergabfahren mit Gegenwind, schafft man es ohne zu treten auf nicht mehr als 15 Km/h. Ohne den Wind wären mindestens 35-40 Km/h drinn…

Am Ende des Trainings war ich nochmal ganz mutig. Ich habe noch einen kleinen Ausflug in die richtigen Berge gemacht. Einen wirklich kleinen. Meine 100 Kg auf eine 12% Steigung hoch zu schleppen, klappte nur eine begrenzte Zeit. Dafür macht die Abfahrt richtig Spaß. Ich musste zwischendurch immer mal wieder bremsen, wegen der schleichenden Autos.

Der Puls lag im Mittel bei 145. Gar nicht so schlecht für den Anfang.

Leider habe ich nicht ganz so viel Strecke geschafft. Nur etwas mehr als 20 Km. Aber das kommt von selbst. Nur nicht zuviel auf einmal wollen… Denn auch beim Triathlon gilt, der Weg ist das Ziel.

Morgen werde ich mich wieder meinem geliebten Boxsack widmen und ein bisschen Eisen bewegen. Dann haben meine müden Beine ein wenig Pause.

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